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Die Guanchen - Das indigene Volk der Kanarischen Inseln

  • Autorenbild: Franny Fine
    Franny Fine
  • vor 2 Tagen
  • 4 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 18 Stunden

Symboldbild der Guanchen von Teneriffa. Jenem indigenen Volk der Kanarischen Inseln.
Symbolbild des indigenen Volkes der kanarischen Inseln // KI generiert.

Die Legende


Lange bevor die Kanarischen Inseln als solche in Erscheinung traten, galten sie als geheimnisvolle und sagenumwobene Länder. Sie lagen jenseits der Säulen des Herakles, also der heutigen Straße von Gibraltar, weit draußen im Atlantik. Schriftsteller der Antike stellten sie sich oft als das Paradies schlechthin vor: Quasi als elysisches Land oder als Garten der Hesperiden. Einer der ersten zuverlässigen Berichte stammt von dem römischen Gelehrten Plinius aus dem 1. Jahrhundert nach Christus. Plinius erzählte damals von einer Expedition des Königs Juba von Mauretanien zu den geheimnisvollen Inseln.


Die Teilnehmer der Expedition brachten riesige Hunde von den Inseln mit. Sozusagen als Souvenir. Genau daher kommt auch der Name „Kanarische Inseln“. Er leitet sich vom lateinischen Wort „canis“ ab, was soviel wie Hund bedeutet. Noch heute leben auf den kanarischen Inseln prächtige Exemplare dieser wilden, einheimischen Jagdhunde. Auf manchen Inseln nennt man sie „Verdinos“, auf anderen „Bardinos“. Kein Wunder also, dass fast alle frühen Legenden und Berichte über die Kanarischen Inseln vor allem eine Insel explizit erwähnen: Teneriffa, das die Alten auch Nivaria nannten. Der Anblick eines riesigen, schneebedeckten Berges, der selbst in diesen südlichen Breiten hoch über die Wolken ragte und schon aus vielen Kilometern Entfernung zu sehen war, muss die Seefahrer der Antike tief beeindruckt haben.


Symboldbild zur Expedition von König Juba von Mauretanien zur Erkundung des Kontinents im Atlantik.
Symbolbild zur Expedition von König Juba, Mauretanien | KI generiert

Die Guanchen

Bis zur Eroberung der Inseln durch die Europäer, die einen nicht unerheblichen Teil des 15. Jahrhunderts in Anspruch nahmen, war die Inselgruppe von Menschen bewohnt, die möglicherweise präkolumbianischer oder nordafrikanischer Abstammung waren.


Die Guanchen, die ursprünglichen Bewohner Teneriffas, trugen einfache Kleidung aus groben Tierfellen. Es gibt keinerlei Hinweise darauf, dass sie Segelschiffe besaßen, etwas vom Segeln verstanden oder in irgendeiner Weise auf dem Meer unterwegs waren, um sich Kleidung & Nahrungsmittel aus anderen Regionen zu besorgen.


Symbolbild eines Guanchen, einem Ureinwohner der Kanarischen Inseln und insbesondere von Teneriffa.
Symboldbild eines Guanchen // KI generiert
Symbolbild eines Guanchen, einem Ureinwohner der Kanarischen Inseln und insbesondere von Teneriffa.
Symboldbild eines Guanchen // KI generiert

Aus den Überlieferungen lässt sich ableiten, dass sie ein einfaches aber durchaus zufriedenes Dasein lebten. Sie gingen insbesondere mit ihren Toten sehr respektvoll um: Das indigene Volk der Kanaren bestattete seine Toten nämlich mit größter Sorgfalt. Sie mumifizierten die Verstorbenen mit einer erstaunlich fortgeschrittenen Technik und verwendeten dafür oft heimische Pflanzen & Öle. Auch bei der Verzierung ihrer Beigaben bewiesen sie einen ausgesprochen feinen Geschmack.


Die Grabbeigaben waren besonders kunstvoll verziert, da sie mit Ton arbeiteten. Sie formten hierbei die Gefäße aus dem Sedimentgestein, benutzten aber keine Töpferscheibe, weswegen ihre Speere, die sogenannten Añepas, zum Einsatz kamen. Und Dank der scharfen Spitzen aus hartem Vulkangestein konnten außergewöhnliche Verzierungen geschnitzt werden.


Symbolbild der indigenen Bevölkerung von Teneriffa, Ki generiert.
Symbolbild der indigen Bevölkerung Teneriffas // Ki generiert

Viele antike Schriftsteller (und auch einige moderne Autoren) glaubten, die Kanarischen Inseln seien die letzten sichtbaren Reste des versunkenen Atlantis. Jenem Kontinent, der als hochentwickelte, mächtige Zivilisation im Meer unterging. Die Guanchen wären demnach die Nachkommen des Titanen Atlas: Söhne und Enkel jener Menschen, die einst in den Bergen der legendären Welt lebten und welche durch eine gewaltige Katastrophe plötzlich zu Inselbewohnern wurden. Diese Theorie hat zwar keinerlei wissenschaftliche Grundlage. Dennoch wird sie immer wieder von zwei Argumenten gestützt: Zum einen waren die Guanchen kein seefahrendes Volk, obwohl die Inseln teilweise sogar mit bloßem Auge zu sehen waren. Zweitens sollen die Ureinwohner ungewöhnlich groß gewesen sein, manche Berichte sprechen sogar von echten Riesen.


Die Atlantis-Legende ist eine der berühmtesten und rätselhaftesten Geschichten der Antike. Sie stammt nicht aus alten Sagen oder Volksüberlieferungen, sondern wurde vom griechischen Philosophen Platon (ca. 428–347 v. Chr.) erfunden. Zumindest hat er sie als erster niedergeschrieben. Er erzählt sie in seinen beiden Dialogen Timaios und Kritias. Geschrieben um 360 v. Chr.


Symbolbild Versunkenes Atlantis, was eine Verbindung zu Teneriffa haben soll. Canva
Versunkenes Atlantis Symbolbild // Canva

Das sagenumwobene Atlantis

Vor rund 9.600 Jahren, also lange bevor die Pyramiden standen, lag jenseits der Säulen des Herakles ein gigantisches Inselreich: Atlantis. Es war größer als Libyen und Asien zusammen. Ein echtes Paradies! Fruchtbare Felder, unermessliche Wälder, Berge voller Gold und Silber, exotische Tiere. Sogar Elefanten streiften umher. Eine hochentwickelte Zivilisation lebte dort. Reich, mächtig und scheinbar schier unbesiegbar. Der Meeresgott Poseidon selbst hatte die Insel seinem Sohn Atlas und dessen Nachkommen geschenkt.


Die Könige von Atlantis herrschten nicht nur über die Inseln, sondern über viele andere Länder in Europa und Afrika. Ihre Hauptstadt war zudem ein absolutes Weltwunder: Sie lag auf konzentrischen Kreisen aus Land und Wasser - wie ein riesiges Bullauge. Hinzu kamen prächtige Tempel aus Gold und Elfenbein, gigantische Häfen, Brücken, Kanäle. Sogar heiße und kalte Quellen, die direkt aus dem Boden sprudelten, gab es in diesem vermeintlichen Paradies. Anfangs waren die Atlanter gerecht, weise und gottesfürchtig. Sie ehrten, was sie besaßen.


Doch dann kam der Abstieg: Gier, Arroganz und Tyrannei ergriffen sie. Sie wurden immer größenwahnsinniger. Der nachfolgende Krieg war unvermeidlich. Die Herrscher von Atlantis griffen das damalige Athen an, welches in Platons Augen der perfekte, tugendhafte Staat war. Doch die Athener wehrten sich wider Erwarten heldenhaft. Schlugen die Invasoren zurück und befreiten die unterdrückten Völker. Die Strafe der Götter ließ nicht lange auf sich warten.


An einem einzigen Tag und der darauffolgenden, unglückseligen Nacht versank Atlantis unter einem gewaltigen Erdbeben nebst gewaltigen Fluten im Meer. Verschwunden. Finito. Für immer. Nur die ägyptischen Priester bewahrten die Erinnerung wie einen Schatz. Sie erzählten es dem athenischen Staatsmann Solon und so gelangte die Geschichte schließlich zu Platon.


Symbolbild Mythologie, Canva.
Mythologie Symbolbild // Canva

Atlantis, Teneriffa & die Guanchen Könige


Viele Atlantis-Fans sehen in den Kanarischen Inseln, insbesondere in Teneriffa, die letzten Reste des versunkenen Kontinents. Der riesige Teide-Vulkan soll der mythische „Berg des Atlas“ gewesen sein, und die Inseln liegen genau „jenseits der Säulen des Herakles“. Die Guanchen gelten in dieser Theorie seither als direkte Nachkommen der Atlanter: Ein isoliertes Volk ohne Seefahrtkenntnisse. Trotz der Tatsache, dass die Inseln teilweise in direkter Sichtweise zueinander lagen. Typisch für Überlebende einer Katastrophe.


Alte Berichte beschreiben sie zudem als ungewöhnlich groß und kräftig, was zum Bild der „Söhne des Titanen Atlas“ passt. Vor der spanischen Eroberung war Teneriffa in neun unabhängige Königreiche (Menceyatos) aufgeteilt, die von mächtigen Menceyes (Königen) regiert wurden. Diese Könige, mit ihren Höhlenpalästen und aufwendigen Mumifizierungen, sollen die letzten Erben der atlantischen Königsdynastie gewesen sein.


Kurz gesagt: Die Guanchen-Könige von Teneriffa könnten wahrhaftig die Überlebenden des großen Untergangs sein, die nach der Flut auf den höchsten Bergen des versunkenen Reiches weiterlebten.


Guanchen Könige, Statuen auf Teneriffa, die sich auch Menceyes nennen. Von Canva.
Guanchen Königsstatuen auf Teneriffa // Menceyes

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